Haftung als Organ und Erklärung der D & O Versicherung

Haftung als Organ und Erklärung der D & O Versicherung
  • Lesedauer:4 min Lesezeit
  • Beitrag zuletzt geändert am:19. Februar 2021

Haftung als Organ, in vielen Firmen ein unterschätztes Risiko! In den letzten Jahren hat die Absicherung von Vermögensschäden im Rahmen der D&O-Versicherung gesteigerte Aufmerksamkeit erlangt. Großschadenereignisse wurden über die Medien bekannt gemacht und haben dazu ebenso beigetragen wie kritische Beiträge zu einzelnen Bedingungsinhalten. Was aber ist eigentlich eine D&O-Versicherung und was sollte man beachten?

Führungskräfte eines Unternehmens müssen jeden Tag bedeutsame Entscheidungen treffen. Kommt es tatsächlich mal zu einer Fehlentscheidung, kann der Schaden fürs Unternehmen beachtlich sein. Geschäftsführer (auch Gesellschafter-Geschäftsführer), Aufsichtsräte oder Vorstände haften dann persönlich unbeschränkt mit ihrem gesamten Privatvermögen. Auch Vereinsvorstände oder Entscheider in Stiftungen können persönlich für einen Fehler haften. Eine Absicherung gegen solche Risiken ist daher angeraten und kann sowohl für das Unternehmen allgemein erfolgen oder auch auf eine Person bzw. Personen direkt.

Haftung als Organ einer Firma

Was sind eigentlich Organe einer Firma? Als Organe einer Firma bezeichnet man eine Person oder auch Personengruppen, die innerhalb und außerhalb einer Firma vertretungsberechtigt sind.

Zu Unterscheiden ist weiterhin, ob es sich bei der Firma um eine Personengesellschaft oder juristische Person handelt.  Bei den der Personengesellschaften könnte man denken, dass hier nur der Inhaber zu berücksichtigen ist, das ist allerdings nicht so. Auch die  Gesellschafter und soweit vorhanden Komplementäre werden hier als Organe bezeichnet.

Bei einer Kapitalgesellschaft und den Genossenschaften  sind als Organe zu berücksichtigen: 

  • GmbH: die Geschäftsführer und die Gesellschafterversammlung, darüber hinaus eventuell auch der Aufsichtsrat
  • AG: der Vorstand mit den Aufsichtsräten und die Hauptversammlung
  • KGaA: die Komplementäre sowie der Aufsichtsrat, aber auch die Hauptversammlung
  • Genossenschaft: der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Generalversammlung. 

Man sieht, das bei jeder Personengesellschaft als auch der juristischen Person eine große Anzahl an Personen zu betrachten sind, welche sich wohl im außen- aber auch Innenverhältnis einem Haftungspotenzial aussetzen. Wie umfangreich die Haftung als Organ ist, können auch hier nachlesen >>>klick.

Wie sagt man so schön „Die Tücke steckt im Detail“ und genauso ist es sehr schwierig abzuwägen, ob eine Entscheidung des Führungspersonals nicht mit negativem Ausmaß endet. Umso größer und u. U. auch mehr Entscheider umso schwieriger ist eine Eingrenzung des Risikos.

Kommt es zum Schadenfall, werden die Ansprüche i. d. R. von außerhalb des Unternehmens gemeldet, allerdings können auch interne Ansprüche an Führungskräfte gestellt werden (z. B. wird im Innenverhältnis dem Geschäftsführer eine verschleppte Insolvenz angelastet).

Woran erkennt man eine gute Police für die Haftung als Organ?

Damit die Haftung als Organ ausreichend abgesichert ist, sollte man auf diverse Punkte achten. Aber Versicherungsschutz von der Stange gibt es auch hier, bitte immer individuell prüfen lassen. Auch in diesem Absicherungsbereich gibt es große Unterschiede am Markt, leider aber auch wenig Vergleichsmöglichkeiten.

Aktuelle Bedingungswerke einer Police zeichnen sich z. B. durch folgende Punkte aus:

  • Nachhaftung bei Beendigung des Vertrages sollte möglichst hoch vereinbart werden (üblich sind hier min. 6 Jahre und Idealfall wird generell auf eine zeitliche Befristung verzichtet.).
  • Zeitraum der Nachhaftung gilt auch bei zu spät gezahlter Prämie (kein leistungsfreier Zeitraum).
  • Beweislastumkehr für das Nichtvorliegen eines Vermögensschadens (Versicherer muss das Gegenteil beweisen).
  • Ergänzende Leistung im Bereich Restrukturierungsversicherung (Restructuring Cover): Liegen wirtschaftliche Schwierigkeiten aber noch keine Insolvenz im Unternehmen vor, kann eine Beratung von Fachleuten sehr hilfreich sein.
  • Leistung auch im Innenverhältnis (ohne Ausschlüsse).
  • Unbegrenzte Rückwärtsdeckung (Claims-Made-Prinzip).
  • Bedingter Vorsatz gilt auch als Pflichtverletzung (somit Leistungsanspruch), usw.

Suchen Sie z. Z. eine Absicherung, achten Sie auf die o. g. Punkte. Haben Sie bereits eine Police sollten Sie diese überprüfen.

Besonderheit bei Vorstandsmitgliedern von Aktiengesellschaften!

Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften sollten auch immer eine private Zusatzpolice abschließen, da der Gesetzgeber seit dem Jahr 2010 eine Selbstbeteiligung im Haftungsfall von 10 % vorsieht (max. 1,5-faches Jahresbrutto).

Wünschen Sie weitere Informationen zu diesem sehr komplexen Absicherungsbereich, übersenden wir Ihnen gerne unsere detaillierte Informationsbroschüre mit Schadenbeispielen und Erläuterungen. Kurze E-Mail Betreff „Infobroschüre D&O“ reicht aus.

Nehmen Sie >>>Kontakt auf!