23 April 2015 ~ 0 Kommentare

Zusatzversicherung Kieferorthopädie: ist diese sinnvoll und welche Leistungen kann man erwarten?

Im Alter von etwa neun bis elf Jahre wird bei vielen Kindern eine kieferorthopädische Behandlung vorgenommen. Soweit die Voraussetzungen (siehe unten) erfüllt sind, werden i. d. R. die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen (einfachste Variante und medizinische Notwendigkeit gegeben). Allerdings bleibt vorerst ein Eigenanteil von 20 % für die Eltern, welcher allerdings nach erfolgreicher Behandlung ebenfalls von der Kasse getragen wird. Lebt mehr als ein Kind im Haushalt und sind mindestens zwei gleichzeitig in Behandlung, reduziert sich der Eigenanteil auf 10 % für die Eltern.

Erwachsene können keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse erwarten. Soweit eine eigene Behandlung gewünscht ist, empfiehlt sich die Prüfung bzw. der Abschluss der Zusatzversicherung Kieferorthopädie. Was muss man für eine Zusatzversicherung für Kieferorthopädie beachten? Lesen Sie weiter …

Voraussetzung für eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung bei Kindern

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei einer kieferorthopädischen Behandlung für Kinder nur die Kosten, soweit eine Zahnfehlstellung der Einstufung KIG 3 bis 5 vorliegt (kieferorthopädisch Indikationsgruppen). Kommt der Zahnarzt zu dem Ergebnis, das die Einstufung nur gemäß Gruppe 1 oder 2 zu bewerten ist, sind die Kosten selbst zu tragen.

Bei der Feststellung der Zahnfehlstellung, prüft der Zahnarzt ob beißen oder kauen, Sprechen oder atmen beeinträchtigt sind oder von Beeinträchtigung bedroht sind. Eine Fehlstellung wird auch diagnostiziert, wenn der Spalt zwischen der oberen und unteren Zahnreihe mindestens 6,1 Millimetern misst. Bei allen anderen Fällen gibt es keine Leistung der gesetzlichen Kasse. Die Kassen sehen dann nicht die medizinische Notwendigkeit und erachten jede Maßnahme als „Kosmetik“. Kosten von bis zu 3.000,00 Euro für eine Zahnspange sind durchaus realistisch, je nachdem welche Maßnahme durchgeführt wird.

Die Zusatzversicherung Kieferorthopädie ist dann eine große finanzielle Hilfe! Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Abschluss frühzeitig erfolgen sollte, insbesondere vor einer angeratenen Behandlung seitens des Zahnarztes. Hat der Arzt allerdings eine Behandlung angesprochen und für medizinisch sinnvoll oder sogar notwendig erachtet, werden viele private Zusatzpolicen keinen Schutz mehr bieten.

Die Zusatzversicherung Kieferorthopädie hat allerdings auch Grenzen!

Innerhalb der Zusatzversicherung für Kieferorthopädie sollte man auch genau die Leistungen vergleichen. Nicht jeder Tarif leistet für alles! Weiterhin gibt es unterschiedliche Erstattungssätze und auch Begrenzungen in den ersten Jahren. Ergänzt durch die allgemeine Wartezeit von acht Monaten, lohnt sich oft erst eine Erstattung durch die Police nach etwas über einem Jahr. Die wenigen Tarife ohne Wartezeit für eine kieferorthopädische Behandlung, sehen in den ersten Jahren nur geringe Erstattungssätze vor.

Maßnahmen wie z. B. eine unsichtbare / transparente Zahnspange (Invisaligin) oder den auch oft üblichen Retainer (Zahn-Stabilisator an der Innenseite), aber auch Brackets an der Innenseite (oder Mini- / Kunststoffbrackets), werden nicht immer erstattet. Wünscht man hierzu eine konkrete Behandlung oder Maßnahme, sollte man bei der Tarifauswahl bereits darauf achten, ob die Kosten erstattet werden.

Neuartige Behandlungsmaßnahmen wie z. B. Brackets, werden von den Kids auch oft als Chic erachtet. Als Elternteil erspart man sich somit leidige Diskussionen zum Tragen der Zahnspange.

Viele der ergänzend angebotenen Leistungen und Behandlungsmethoden für Kinder werden z. B. von der DKV und Nürnberger übernommen, auch die Allianz bietet hierfür ein interessantes Preis- und Leistungsverhältnis.

Jedoch sollte man beachten, dass es klare Höchstgrenzen gibt, welche die Versicherungen maximal erstatten. Bei der Nürnberger sind das z. B. höchstens 2.000,00 Euro für eine solche Behandlung. Ob im Gegenzug der Beitrag von monatlich circa 14 Euro (für ein Kind) der Abschluss lohnt, sollte man im Vorfeld gut kalkulieren.

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Die o. g. Tarife stellen keine allgemeingültige Lösung dar und sind nur für Kinder interessant. Nur wenig Tarife bieten auch eine Erstattung für Erwachsene (z. B. Arag, Concordia oder Inter). Es sollte immer im Einzelfall geprüft werden, welcher Tarif bzw. Versicherer die geeignete Lösung anbiete. Gerne stehe ich dafür auch zu Ihrer Verfügung – schreiben Sie einfache eine kurze Nachricht


Fazit:

Die Zusatzversicherung Kieferorthopädie macht für Kinder nicht immer Sinn. Ist man mit einer einfachen Ausführung und Behandlung zufrieden, werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Wünscht man u. U. eine besondere Behandlung oder es besteht keine medizinische Notwendigkeit für eine kieferorthopädische Maßnahme, ist die Überlegung zum Abschluss einer private Zusatzversicherung empfehlenswert.

Für Erwachsene muss im Einzelfall abgeschätzt werden, ob sich eine Police lohnt, da hier Monatsbeiträge von mindestens 20,00 Euro einkalkuliert werden müssen. Dem gegenüber stehen dann die Erstattungssätze der privaten Policen von circa 2.000 Euro bis 3.000,00 Euro für die Behandlung.

Die Zusatzversicherung Kieferorthopädie bietet sowohl für Kinder als auch Erwachsene, jedoch auch immer auch Leistungen für Zahnersatz und z. B. auch Kunststofffüllungen oder Zahnreinigung.

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