07 März 2017 ~ 0 Kommentare

Wenn bei langer Krankheit auf einmal 350 Euro im Monat fehlen

Jeder, der schon einmal Krankengeld bezogen hat weiß, wie hoch die Einbußen zum normalen Gehalt sind. Nicht wenige werden im Ernstfall von dieser Tatsache überrumpelt, und gewiss dürfte der Ärger im Nachhinein darüber gewaltig sein. Kennen Sie Ihre finanzielle Lücke oder sind sie ausreichend abgesichert?

Krankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und wird i. d. R. nach 6 Wochen andauernder Krankheit gezahlt. Der Zeitraum davor ist somit ohne Abstriche noch über Ihren Arbeitgeber abgesichert, u. U. zahlt dieser Ihr Gehalt sogar über einen längeren Zeitraum hinaus.

Wie wird die Höhe des Krankengelds ermittelt?

Die Höhe des Krankengelds ist der niedrigste Wert aus:

max. 90 % vom Nettoeinkommen, oder

max. 70 % vom Bruttoeinkommen, oder

max. 70 % der Beitragsbemessungsgrenze (in 2017 = 4.350 Euro p. Monat).

Wichtig! Von diesen ermittelt Wert werden noch die Sozialabgaben des Arbeitnehmers abgezogen. Und dem ist nicht genug,  max. 78 Wochen, einschließlich der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers, wird das Krankengeld an den Arbeitnehmer gezahlt. Danach besteht hoffentlich eine private Absicherung.

Warum es zu hohen finanziellen Einbußen kommen kann, zeigt die nachfolgende Auswertung:

Annahme für Beispiel 1 (Steuerklasse I, keine Kinder)

Versorgungslücke1

 

 

 

 

 

 

 

Annahme für Beispiel 2 (Steuerklasse III, verheiratet, Kinder)

Versorgungslücke2

 

 

 

 

 

 

 

Eine solche Versorgungslücke entsteht immer und ist besonders dramatisch bei Gehältern über der Beitragsbemessungsgrenze von 4.350 Euro (Einkommen darüber wird nicht gewertet).

Die Versorgungslücke von Krankengeld ist bei Einkommen über 4.350 Euro p. Monat besonders groß!

Viele Erkrankungen wie Krebs, psychosomatische Krankheitsbilder (z. B. Burn-out oder Phobien) oder auch nach einem Autounfall dauern sehr lange, daher sollte man eine solche Absicherung nicht unterschätzen.

Eine Absicherung über eine private Krankenversicherung kann vorteilhafter sein!

Ein Tipp für freiwillig versicherte in der gesetzlichen Kasse!

Es kann u. U. vorteilhafter sein, das volle Krankentaggeld über eine private Absicherung abzuschließen. Der daraus resultierende Beitragssatz der gesetzlichen Kasse wird reduziert. Weiterer Vorteil ist, dass eine Leistung aus einem privaten Krankentagegeld nicht nur steuerfrei ausgezahlt wird, sondern auch nicht der Steuerprogression unterliegt (die Leistung einer gesetzlichen Kasse ist zwar auch steuerfrei, erhöht aber den Steuersatz für das übrige Einkommen!).

Diese Vorgehensweise sollte erst nach  Rücksprache mit einer privaten Versicherung als auch ggf. mit dem Steuerberater erfolgen.

Leistung der gesetzlichen Krankenkasse = Krankengeld

Leistung einer privaten Krankenversicherung = Krankentagegeld

Wie hoch sollte man ein Krankengeld oder Krankentagegeld absichern?

Wie viel Krankentagegeld oder Krankentagegeld Sie brauchen, hängt von Ihrem monatlichen Ausgaben ab. Dabei müssen Sie in keiner Weise Ihr gesamtes Nettoeinkommen absichern, wenn Sie über finanzielle Reserven verfügen, können Sie diese mit einplanen.

Überschlagen Sie Ihre Ein- und Ausgaben, was sagt das Haushaltsbuch? Ermitteln Sie die monatlichen Ausgaben, auf die Sie im Falle einer längeren Krankheit nicht verzichten können. Bei Selbstständigen kommen wahrscheinlich auch weiterlaufende Betriebsausgaben hinzu. Diese Kosten sollten Sie absichern.

Das Krankentagegeld (private Absicherung) darf zusammen mit dem Krankengeld (gesetzliche Kasse) und anderen Lohnersatzleistungen nicht das vorherige Nettoeinkommen übersteigen. Bei Selbstständigen setzen empfehlenswerte Anbieter bis zu 80 % des Gewinns vor Steuern als maximale Versicherungshöhe für ein Krankentagegeld an.

Haben Sie weitere Fragen hierzu oder wünschen eine Berechnung Ihrer Versorgungslücke mit Angebotserstellung? Ein Anruf genügt!

Christian Rogalewicz * Versicherungsmakler

Nibelungenplatz 3 in 60318 Frankfurt

Telefon 069 959683-40

 

 

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