05 April 2013 ~ 0 Kommentare

Unisex Tarife – Was ändert sich für Männer und Frauen?

Einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zufolge dürfen Versicherungen seit dem 21. Dezember 2012 nur noch Unisex-Tarife anbieten. Das bedeutet, dass das Geschlecht des Versicherungsnehmers keine Auswirkungen auf die Beitragshöhe haben darf.

Bei einigen Versicherungsarten konnten zuvor entweder Männer oder Frauen von günstigeren Tarifen profitieren, da sie als risikoärmere Gruppe galten. Aufgrund einer im Durchschnitt niedrigeren Lebenserwartung fielen beispielsweise die Beiträge zur Risikolebensversicherung für Männer deutlich höher aus. Auch bei Kfz-Versicherungen und Sachversicherungen, wie Haftpflicht oder Hausrat, waren die Frauen im Vorteil. Da sie statistisch gesehen weniger Schäden und Unfälle verursachen, wurden sie standardmäßig in die günstigere Risikoklasse A eingeordnet. Bei privaten Krankenversicherungen profitierten dagegen die Männer: Da Frauen im Schnitt länger leben und häufiger zum Arzt gehen, verlangten die Versicherungsunternehmen von ihnen höhere Beiträge, um sich gegen mögliche Mehrkosten abzusichern.

Mit den Unisex-Tarifen sind Versicherungen teurer geworden

Mit der Umstellung hätte erwartungsgemäß jeweils eine Geschlechtergruppe eine Beitragserhöhung oder eine Beitragssenkung erhalten sollen. Stattdessen stieg jedoch das Preisniveau für alle Versicherungen deutlich an. Im Beispiel der Lebensversicherung trägt nun die Frau das höhere Sterberisiko des Mannes mit und muss dementsprechend im Schnitt einen 23 Prozent höheren Beitrag zahlen. Für den Mann ist der Tarif jedoch nur um zwölf Prozent günstiger geworden. Ähnlich sieht es bei der Kfz-Versicherung aus: Während Frauen nicht länger von der günstigeren Risikoklasse profitieren, und enorme Beitragserhöhungen erhalten, fallen die Vergünstigungen bei den Männern nur minimal aus.

In einigen Fällen lohnt sich ein Tarif- oder Anbieterwechsel

Folglich werden sowohl Männer als auch Frauen durch die Unisex-Tarife belastet. Um die Beitragserhöhung ganz oder zum Teil wieder einzusparen, sollten Verbraucher einen genauen Blick auf ihre Versicherungsdetails werfen. Welche Leistungen sind tatsächlich nötig – und auf welche kann möglicherweise verzichtet werden? Wichtig sind in diesem Zusammenhang klar strukturierte Tarife ohne komplexe Verklausulierungen, wie sie bei unabhängigen Versicherungsvermittlern angeboten werden. Auf diese Weise wird leicht ersichtlich, ob sich ein Tarifwechsel oder sogar ein Wechsel des Versicherungsanbieters lohnen könnte.

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