03 Juli 2013 ~ 3 Kommentare

Selbstständiger verliert Anspruch auf private Krankenversicherung durch zusätzliche Arbeitsaufnahme.

Private- und gesetzliche Krankenversicherung vertragen sich nicht! Das gilt besonders wenn man als Selbständiger eine weitere Beschäftigung annimmt, welche sozialversicherungspflichtig ist. Wir zeigen in diesem konkreten Fall auf was Sie achten müssen.

Sparte: private Krankenversicherung / gesetzliche Krankenversicherung:

Konkreter Fall (Probleme mit Versicherung / Ärger mit Versicherung):

Durch die Aufnahme einer zusätzlichen und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung kann das bisherige Recht auf die Versicherungsfreiheit über die private Krankenversicherung verloren gehen!

Im konkreten Fall hat ein bisher privat krankenversicherter Selbstständiger eine weitere Beschäftigung aufgenommen. Diese erfolgt im Rahmen eines Angestellten Vertrages uns ist sozialversicherungspflichtig (Arbeitslosen-, Rentenversicherung etc.). Nach Kenntnis durch die gesetzliche Krankenversicherung informierte diese unseren Kunden, dass eine Versicherungspflicht für die Krankenversicherung vorliegt und somit die private Krankenversicherung nicht fortgeführt werden kann. Das war vom Kunden so allerdings nicht geplant, da eine private Krankenversicherung unbedingt erhalten bleiben sollte.

Lösung (Versicherung zahlt / Versicherung zahlt nicht):

Der Kunde setzte uns über den o. g. Vorgang in Kenntnis und bat uns um Hilfe. Nach Prüfung aller Gegebenheiten und Rücksprache mit der Krankenkasse stellte sich heraus, dass dieser wohl versehentlich eine falsche Anzahl von Arbeitsstunden mitgeteilt wurde. Tatsächlich übt der Kunde die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nur nebenbei aus für circa 15 Wochenstunden. Damit überwiegt die nach wie vor vorhandene selbstständige Tätigkeit und der Kunde kann sich von der Versicherungspflicht der gesetzlichen Kasse befreien lassen. Nach Umsetzung dieser Befreiung konnte sich der Kunde weiterhin und unverändert über seine private Krankenversicherung absichern.

Gemäß § 5 Abs. 5 SGB V ist versicherungsfrei, wer hauptberuflich selbstständig erwerbstätig ist. Wenn zu einer Selbstständigkeit eine abhängige Beschäftigung hinzukommt, sind die beiden Beschäftigungen zu vergleichen, nur wenn die Selbstständigkeit weiterhin den Schwerpunkt bildet, besteht weiterhin Versicherungsfreiheit. Man geht generell davon aus, dass eine nebenberufliche und sozialversicherungspflichtige Anstellung möglich ist, wenn diese maximal 18 Arbeitsstunden in der Woche beansprucht. In einem solchen Fall überwiegt die selbstständige Tätigkeit und es ist Versicherungsfreiheit gegeben.

 

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3 Antworten to “Selbstständiger verliert Anspruch auf private Krankenversicherung durch zusätzliche Arbeitsaufnahme.”

  1. Ragusa 12 Juli 2013 at 15:27 Permalink

    In Deutschland wird immer hinter einer Selbständigkeit Wohlstand vermutet. Ein Freischaffender, egal mit niedrigen oder hohen Einkommen darf seine Krankenversicherung frei wählen. Ein Angestellter nur wenn er, über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Weshalb dies in unserenm Jahrhundert noch wie zu Bismarkszeiten ist, scheint noch nichtmal die Politik zu wissen.

    • Christian Rogalewicz 12 Juli 2013 at 21:16 Permalink

      Die Politik ist ja dran diese zweiklassen Krankenversicherung abzuschaffen: siehe Bürgerversicherung! Meines erachten nach, ist das allerdings der falsche Schritt. Daher werde ich alleine aus diesem Grund bei der nächsten Bundestagswahl nicht die SPD und Co. wählen …

  2. Elke 31 Juli 2013 at 14:48 Permalink

    Das Sozialversicherungssystem haut auch langsam nicht mehr hin. Es gibt mehr Rentner als junge Leute, und es wird in der Zukunft zu Schwierigkeiten kommen. Denn die Meisten gehen in’s Ausland und ein anderer Teil ist arbeitslos. Und die, die Arbeiten müsseen mehr für die Leute zahlen die nicht arbeiten können. So einfach ist das.


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