24 April 2013 ~ 2 Kommentare

Private Haftpflichtversicherung leistet nicht bei einem Schaden an geliehenen Handy

Haftpflichtversicherer kommen auch für eine unbeabsichtigte Beschädigung an einen Handy / Smartphone auf! Aber Vorsicht, davon ausgenommen sind Eigenschäden und u. U. auch geliehene oder gemietete Handys. Auf was sollte man achten und wie kann auch auch Eigenschäden oder geliehene/gemietete Handys und Smartphones versichern?

Sparte: private Haftpflichtversicherung (allgemeine Haftpflicht)

Fall (Probleme mit Versicherung, Ärger mit Versicherung, weil)

Der Kunde hat sein Handy zur Reparatur in einem großen Fachmarkt abgegeben und für die Zwischenzeit ein Ersatzgerät erhalten. Gemäß Reparaturvertrag trägt der Kunde für dieses Ersatzgerät die volle Haftung. Tatsächlich ist dem Kunden dieses Gerät herunter gefallen und dabei irreparabel beschädigt worden. Der o. g. Fachmarkt verlangt daher den Zeitwert des Gerätes von dem Kunden, was gemäß Reparaturvertrag legitim ist. Diesen Schaden wollte der Kunde bei seiner privaten Haftpflichtversicherung geltend machen, welche aber nicht zahlt. Die Argumentation der Versicherung ist: „Nach den Vertragsbedingungen sind Haftpflichtansprüche wegen Schäden an fremden Sachen, die der Versicherungsnehmer gemietet, gepachtet, geliehen, geleast oder durch verbotene Eigenmacht erlangt hat oder die Gegenstand eines besonderen Verwahrungsvertrages sind, nicht versichert.“

Nach der Ablehnung der Versicherung informiert uns der Kunde und erbittet unsere Hilfe.

Lösung (Versicherung zahlt oder Versicherung zahlt nicht, weil)

Der Sachverhalt wurde nach Rücksprache mit dem Kunden als auch der Versicherung aufgearbeitet. Tatsächlich sind in diesem konkreten Haftpflichtvertrag die Schäden an geliehen Gegenständen ausgeschlossen.

Nach unserer Ansicht ist aber eine Leihe oder Vermietung des Gerätes, gemäß Bürgerlichen Gesetzbuch, nicht erfolgt. Das defekte Gerät wurde im Rahmen eines Werkvertrages nach § 631 BGB dem Kunden überlassen, ein von beiden Seiten herbeigeführtes Verleihgeschäft hat nicht stattgefunden.

Weitläufig könnte man u. U. in Erwägung ziehen, dass das Ersatzgerät im Rahmen eines Gefälligkeitsvertrages ausgehändigt wurde. Beide Parteien haben einen Rechtsbindungswillen aufgezeigt, die Nutzung des Ersatzgerätes kann willkürlich beendet werden nach Erfüllung des o. g. Werkvertrages. Auch hier ist allerdings der Charakter eines Leihvertrages nicht gegeben.

Nach der o. g. Induktion lenkt der Versicherer ein und bezahlt den Schaden an dem Ersatzgerät.

Bei den meisten Haftpflichtversicherern sind geliehene und gemietete Sachen vom Schutz ausgenommen. Daher wird man im Schadenfall die Kosten selbst tragen müssen. Das muss allerdings nicht sein, da es Tarife am Markt gibt, welche auch hierfür Schutz bieten. Einen preisgünstigen Schutz können Sie z. B. bei der Hanse-Merkur Versicherung beantragen, weitere Informationen der Hanse-Merkur erhalten Sie mit Klick auf den nachfolgenden Banner:


HanseMerkur Versicherungsgruppe

Alternativ dazu können Sie auf unserer Partnerseite  compare-haftpflichtversicherung.de einen umfangreichen Vergleich von Haftpflichtversicherungen durchführen.

Wünschen Sie für Ihr Smartphone / Handy deutlich umfangreicheren Schutz, sollten Sie eine sogenannte Elektronik-Versicherung in Betracht ziehen. Darüber sind z. B. folgende Schäden mitversichert:

  • Bedienungsfehler
  • Bruchschäden, Flüssigkeitsschäden oder auch Stürze auf den Boden
  • Brand, Kurzschluss etc.
  • Vandalismus und sogar vorsätzliche Beschädigung durch Dritte
  • Werkstätten-  bzw. Montagefehler (nach Ablauf der Garantie)
  • Raub und Diebstahl
  • Sowohl Neugeräte als auch ältere Geräte sind versicherbar
  • Über pauschale Tarifierung sind mehrere Elektronikgeräte versichert (z. B. Laptop, Tablet oder auch Fotokamera)
Die Deutsche Familienversicherung bietet hierzu ein interessantes Produkt für private Haushalte, den Elektronik-Schutzbrief. Weitere Informationen und Preis finden Sie mit nachfolgenden Klick auf den Banner.

ElektronikSchutzbrief

Im Tarif „KombiElektronikSchutzbrief“ gibt es keine Altersgrenzen für elektronische Geräte, somit können Sie auch noch Geräte versichern, welche bereits 1 oder 2 Jahre alt sind (auch älter!)

2 Antworten to “Private Haftpflichtversicherung leistet nicht bei einem Schaden an geliehenen Handy”

  1. Bruto_Bello 25 April 2013 at 08:55 Permalink

    Wie sieht das denn aus wenn ich mir ein Handy von einem Freund geliehen habe und dieses ungewollt beschädige?

    • Admin 25 April 2013 at 09:47 Permalink

      Soweit das Handy wissentlich von beiden Parteien als Leihgabe übernommen bzw. empfangen wurde, liegt tatsächlich ein Leihgeschäft vor. Für den Fall, dass ein Haftpflichtversicherer diesen Bereich ausschließt, besteht kein Versicherungsschutz. Dabei bitte immer unterscheiden, ob beide Parteien von einem solchen Leihgeschäft wussten. Nehmen Sie sich das Handy, ohne vorher gefragt zu haben und unterstellen dabei, dass die Gegenseite damit einverstanden ist, ist dieser Fall neu zu bewerten.


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