13 März 2014 ~ 0 Kommentare

Kfz-Haftpflichtversicherung verzögert die Schadenzahlung

Two cars crashed

Probleme mit Versicherung

Bei einem unverschuldeten Kfz-Haftpflichtschaden hat man das Recht seine Ansprüche (Schaden) direkt beim gegnerischen Versicherer geltend zu machen. Dabei kann man diverse zusätzliche Kosten in Rechnung stellen und hat das Recht auf eine zügige Schadenregulierung, doch wie lange darf sich die Versicherung damit Zeit lassen?

Kfz-Haftpflichtschäden sind häufig, da bereits bei kleineren Auffahrunfällen oder Kratzern an der Lackierung eine Schadenmeldung an den Versicherer erfolgt.

Daher haben auch Versicherer i. d. R. ein großes Interesse daran, einen solchen Schaden möglichst schnell und günstig zu bearbeiten. Hinzu kommt, dass zum Teil der Kostendruck bei den Kfz-Versicherern besonders groß ist aufgrund knapp kalkulierter Tarife. Besonders hilfreich aus der Kundensicht ist, wenn man dann seine Rechte und Möglichkeiten kennt.

Konkreter Fall: Probleme mit Versicherung / Ärger mit Versicherung

In einem zurückliegenden Fall eines Mandaten wurde vom gegnerischen Kfz-Versicherer eine Art Hinhaltetaktik durchgeführt. Besonders ärgerlich, da der geschädigte Kunde einen Totalschaden erlitten hat und infolge dessen eine Neuanschaffung nötig war. Das Geld der Versicherung wurde hierzu dringend benötigt und der Schaden lag bereits 8 Wochen zurück. Die Versicherung argumentierte, dass man erst in die amtliche Ermittlungsakte sehen müsste, bevor man eine Zahlung veranlasst. Diese Aussage war besonders irritierend, weil selbst der gegnerische Fahrer mehr oder weniger zugab, den Schaden verursacht zu haben.

Lösung des Falls: Versicherung zahlt nicht / Versicherung zahlt

Nachdem uns der Mandant hierzu informiert, haben wir uns mit dem gegnerischen Versicherer in Verbindung gesetzt. Die Gespräche und Korrespondenz ließen den Verdacht vom Kunden bezüglich der Hinhaltetaktik bestätigen. Darauf hin gingen wir erneut auf den Versicherer zu und wiesen auf aktuelle Rechtsprechung hin, dass ein plausibler und versicherter Schaden zeitnah reguliert werden sollte.

Selbst die Gegenseite hat das Schadenereignis im gleichen Umfang und Hergang geschildert wie unser Mandant, die Einsicht in die amtliche Ermittlungsakte kann erfahrungsgemäß mehrere Monate dauern. Liegt ein konkreter Verdacht vor, welcher nur durch die Einsicht in die Ermittlungsakte bestätigt werden kann, ist u. U. eine telefonische Recherche bei den Beamten sinnvoll. In einem aktuellen Urteil vor dem Oberlandesgericht Stuttgart (Az.: 3W46/13) hat das Gericht in einem ähnlichen Fall für den Kunden entschieden und einen Zeitraum von 6 Wochen als vollkommend ausreichend für die Prüfung erachtet. Zudem sieht das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) im § 91 sogar eine Verzinsung der Entschädigung vor, falls der Versicherer bei einem „klaren“ Schaden nicht innerhalb von 4 Wochen leistet (Verschulden der Versicherung).

Nach dieser Argumentation und Telefonaten mit der Schadensachbearbeitung lenkt der Versicherer ein und bezahlt den Schaden, inbesondere aber auch um weitere Rechtskosten (Anwalt / Gericht) zu vermeiden.

Bei einem unverschuldeten Unfall haben Sie diverse Rechte und Möglichkeiten, diese sind insbesondere dazu gedacht jeglichen Schaden ihrerseits auszugleichen. Sie können allerdings nicht davon ausgehen, dass die Versicherer Sie darauf aufmerksam machen. Daher kann man nur empfehlen selbst bei einer Kfz-Versicherung die Betreuung eines neutralen Beraters zu suchen, so wir wir es als Versicherungsmakler für unsere Kunden auch umsetzten. Um bei rechtlichen Streitigkeiten eine Chancengleichheit herzustellen, empfiehlt sich für jeden Autofahrer eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung, welche im Idealfall mal grade € 50,00 im Jahr kostet. Weiter unten haben wir Ihnen hierzu einen Vergleichsrechner zur Rechtsschutzversicherung hinterlegt.

Ihre Rechte als Geschädigter bei einem unverschuldeten Kfz-Haftpflichtschaden:

  • Ist die Schuldfrage klar, können Sie einen unabhängigen Sachverständigen einschalten. In der Regel ist das bei einer Schadenhöhe ab € 750,00 möglich.
  • Gleiches gilt auch für einen Rechtsanwalt, dieser ist besonders empfehlenswert wenn es um die Durchsetzung von Schmerzensgeld bei Personenschäden geht. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass man sich u. U. bei einem Personenschaden nicht auf einen Vergleich einlassen sollte, da andernfalls der Versicherer spätere Kosten hieraus (z. B. Spätfolgen) nicht mehr zahlen muss!
  • Weiterhin haben Sie u. U. Recht auf Ersatz einer Wertminderung des Fahrzeuges oder auch Ersatz von Nutzungsausfall. Im Bereich der zusätzlichen Kosten ist vieles denkbar, wie z. B. auch An- und Abmeldung, Telefon- und andere Auslagen, Entsorgungs- oder Umbaukosten aber auch Abschlepp- und Standkosten.
  • Eine Reparatur können Sie in einer markengebundenen Fachwerkstatt verlangen.
  • Soweit Sie keine Reparatur wünschen, kann auch eine fiktive Abrechnung erfolgen (der ermittelte Schaden wird ohne Mehrwertsteuer und u. U. ohne entstandene Kosten ausgezahlt).

 

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 Bildernachweis: Fotalia.com / Deyan Georgiev #35351354

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