10 April 2014 ~ 0 Kommentare

Der gesetzlichen Krankenversicherung alle Beschäftigungen melden, sonst muss man nachzahlen!

Der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) orientiert sich am Einkommen des Mitgliedes, dabei wird zur Ermittlung des Höchstbeitrages die Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt. Im Jahr 2014 kann sich daher ein maximalen Beitrag von € 627,75 ergeben. Da sich bei Angestellten auch der Arbeitgeber daran beteiligt, bleibt für den Angestellten ein Eigenanteil von € 332,10 pro Monat. Mehr an Beitrag ist nicht zu entrichten, es sei den die o. g. Beitragsbemessungsgrenze steigt, was in den letzten Jahren oft der Fall war. Ist bei einer zusätzlichen Beschäftigung das Einkommen bekannt, kann man sich den „Mehrbetrag“ für die GKV schnell selbst ausrechnen. Versäumt man allerdings die Meldung oder verschweigt zusätzlichen Einnahmen, kann die Krankenkasse den Differenzbetrag auch noch nach vielen Jahren nachfordern!

Eine Beitragsentrichtung an die GKV erfolgt immer von Arbeitgeber, daher muss dieser auch über eine zusätzliche Beschäftigung informiert werden.

Weder Finanzbehörden noch andere Sozialversicherungsträger (z. B. gesetzliche Rentenversicherung), melden der GKV die Einkommenshöhen. Bei einem Angestellten Arbeitsverhältnis ist das Aufgabe des Arbeitgebers.

Gefahr für den Angestellten droht somit, falls dieser eine zusätzliche Beschäftigung auf selbstständiger Basis ausübt und seinen Arbeitgeber nicht informiert. Wird die Meldepflicht nicht vorgenommen oder einfach nur versäumt aus Unkenntnis, kann die Krankenkasse gemäß § 25 Abs. 1 SGB IV (Sozialgesetzbuch) die zusätzlichen Beiträge nachfordern. Die Verjährungsfrist beträgt dabei 4 Jahre und dehnt sich bei Vorsatz sogar auf 30 Jahre aus.

Weiterhin gilt es auch zu beachten, dass durch das weitere Einkommen auch ein Statuswechsel bei der GKV erfolgen kann. Dabei wird die bisherige Pflichtversicherung in eine freiwillige Mitgliedschaft umgewandelt, was einem die Möglichkeit der privaten Krankenversicherung bietet. Dafür ist allerdings eine Einkommenüberschreitung der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JEAG) erforderlich, diese liegt im Jahr 2014 bei € 53.550,00.

Eine private Krankenversicherung kann aus finanzieller Sicht dann sehr interessant sein, da sich der Beitrag nicht an Ihrem Einkommen orientiert. Anhand der von Ihnen bestimmten Tarife (leistungsabhängig) ermittelt sich Ihr individueller Beitrag bei der privaten Krankenversicherung und Ihr Arbeitgeber beteiligt sich daran, im Idealfall bis zu Hälfte.

Allerdings sind die beiden Systeme der gesetzlichen- und privaten Krankenversicherung grundsätzlich verschieden, beide haben Vor- und Nachteile. Daher bedarf es auch weiterer und grundlegender Überlegungen, welche durch eine Beratung vom Fachmann geklärt werden können.

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