29 März 2013 ~ 5 Kommentare

Der Euro in der Krise: Zypern und Co. und wie sicher ist meine deutsche Lebensversicherung?

von Christian Rogalewicz

Finanzkrise in Europa und kein Ende? Diese Frage wird Ihnen sicherlich kein Finanzminister oder Bankenchef beantworten können. Eine solche Krise in diesem Ausmaß gab es bisher nicht in der EU. Die Geschichten die wir als Verbraucher  in Medien mitbekommen, schüren die Ängste und auch die Fragen, was ist mit meiner Lebensversicherung, was ist mit meinem Geld? Versicherung zahlt nicht oder Probleme mit Versicherung, könnte das demnächst eine Schlagzeile in den Nachrichten sein … Eine Panik ist sicherlich nicht angebracht, da wir in Deutschland relativ sicher sind. Doch wie definiert man relativ? 

Kann eine Situation wie in Zypern auch in Deutschland eintreten?

Nachdem die Banken in Zypern mehrere Tage geschlossen hatten, durfte am 28.03.2013 die Bevölkerung von Zypern wieder auf ihr Bankguthaben zugreifen und kleine Beträge von max. € 300,00 abheben. Ungeachtet dessen hat man sich dazu durchgerungen „kleine Vermögen“ mit der Vermögensabgabe zu verschonen und nur Guthaben über € 100.000,00 richtig zur Kasse zu bitten.  Diese Teilenteignung, welche in Zypern stattfindet, könnte theoretisch auch in Deutschland erfolgen! Aber zuvor würde die Bundesregierung vermutlich andere Maßnahmen nutzen, wie z. B. eine Erhöhung der Steuer.

Eine Vermögensabgabe hat nichts mit der Einlagensicherung der Bank zu tun. Über diese Einlagensicherung sind Bankguthaben in der Regel bis zu € 100.000,00 in der EU abgesichert, aber nur bei einer Insolvenz der Bank. Auch bei uns wird in der Politik  schon lange über eine Art Vermögensabgabe bei Millionären diskutiert. Ich glaube aber kaum, dass so etwas einfach umsetzbar ist.

Selbst eine Bankenschließung ist in Deutschland denkbar, der § 47 des Kreditwesengesetzes sieht diese Regelung sogar explizit vor, welcher bei schwerwiegenden Gefahren für die Gesamtwirtschaft greifen soll.

Bankguthaben sind gemäß EU-Richtlinie bis € 100.000,00 bei der Insolvenz der Bank abgesichert! Verbraucherbanken insbesondere auch deutsche, bieten zum Teil deutlich vorteilhaftere Garantien. Tipp: Eine sichere und günstige Alternative ist auch die Sparkasse um die Ecke. Das bundesweite Sparkassennetz schützt sich gegenseitig. Über einem Stützungsfond werden Sicherheiten gestellt, alle Sparkassen beteiligen sich daran. Da es sich dabei in aller Regel um öffentlich rechtliche Kreditinstitute handelt, stehen die Landesbanken als auch Kommunen oder Landkreise dahinter. Im Vergleich zur privaten Bank wird nicht nur die Gewinnmaximierung angestrebt, sonder auch die ausreichende Versorgung der Bevölkerungen mit Bankprodukten wie z. B. Krediten oder auch ein großes Filialnetz.

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Wie sicher ist meine deutsche Lebens- und Rentenversicherung?

Allgemein betrachtet kann man bei einer klassischen Lebens- oder Rentenversicherung, von einer günstigen Sicherheit ausgehen. Durchaus gibt es auch einzelne Versicherer, welche im Moment oder allgemein finanziell schwach positioniert sind. Um sich hierbei besser orientieren zu können, sollte man auf unabhängige Ratings achten. Diese Ratings werden von unabhängigen Agenturen vergeben. Hierbei wird auch dahin geschaut, wo sonst kein Verbraucher sein Augenmerk hinlenken würde. Anhand der Unternehmenszahlen kann man viel feststellen und z. B. auch im Rahmen einer Simulation analysieren: „Was passiert im Gau-Fall?“

Das Gegenteil der „klassischen“ Lebens- und Rentenversicherung sind neuwertige Produkte, welche z. B. in Investmentfonds investieren, hierfür gelten zum Teil vollständig andere Grundsätze. Falls Sie klären wollen, wie sicher Ihr Vertrag ist, können Sie sich gerne persönlich an mich wenden: Kontakt.

Auch die Anlagementalität der deutschen Lebensversicherer spielt hier eine Rolle, ungeachtet dessen gibt es gesetzlich Vorgaben. Das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) als auch diverse Anweisungen und Grundsätze mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vereinbaren Kapitalanlagerestriktion. Somit ist die Anlage von Kapital durch die Lebensversicherung eingeschränkt und reglementiert. Es gelten wichtige Vorgaben wie z. B. große Sicherheit, risikofreie Vermögensverwaltung, nachhaltiger Ertrag und die Anlage in verschiedene Formen (Streuung des Risikos).

Infolge dessen ist z. B. das Anlagevolumen in Aktien oft unter 5 %, da keine Sicherheiten darstellbar sind. Auffällig ist die immer größer werdende Beteiligung im Immobilienbereich. Ob direkt durch Immobilienerwerb oder in Form von Vergabe von Finanzierungen. Den größten Anteil, im Durchschnitt bis zu 80 %,  investieren Lebensversicherer aber in verzinsliche Rentenpapiere, dazu gehören z. B. Anleihen oder Pfandbriefe.

Nur eine konservative Anlageform kann sicherere Renditen erwirtschaften. Das kann auch jeder nicht so interessierte Finanzmensch nachvollziehen. Was bringt eine Rendite von über 10 % bei dem Risiko des Totalverlustes? Gute und seriöse Lebensversicherer erwirtschaften aktuell eine Rendite von 4 % (Marktdurchschnitt). Dafür erhält der Kunde Planungssicherheiten und hat relativ wenig Aufwand, da der Anlageerfolg vom Versicherer überwacht wird.

Chart_Anlage_von_Lebensversicherungen

Der Anteil an Investitionen in Renten wird durchaus auch Kapital in Staatsanleihen beinhalten. Leider sind diese Angaben dann nicht mehr transparent genug um ein Muster erkennen zu können. Aber wie weiter oben beschrieben muss die Anlage „Sicherheit“ bieten, was bei einer Staatsanleihe in Krisenländern wie z. B. in Zypern stark zu bezweifeln ist. Fragen Sie doch mal Ihre Lebensversicherung, wie diese investiert.

Eine deutsche Lebensversicherung, welche in finanzielle Notlage gerät und insolvent ist, wird durch die Schutzeinrichtung Protektor Lebensversicherungs-AG aufgefangen. Diese Einrichtung, welche von allen Versicherungsgesellschaften unterstützt wird, führt die Verträge weiter, um die Leistungen für die Altersvorsorge und den Risikoschutz zu erhalten. In der Vergangenheit wurde diese Sicherungseinrichtung bereits bei der Mannheimer Lebensversicherung aktiv.

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Fazit:

Die deutsche Lebensversicherung ist als Anlage nicht mehr so interessant wie noch vor Jahren. Ungeachtet dessen bietet die konservative Anlageform Planungssicherheit und den Schutz, dass mein Geld erhalten bleibt. Die Arbeit des Vermögensaufbaus nimmt Ihnen der Versicherer ab. Wichtig ist die Auswahl eines soliden Versicherers. Die letzten Finanzkrisen haben uns gezeigt, dass der Geiz nach hohen Renditen falsch am Platz ist, wenn man langfristig Vermögen aufbauen will. Risikoreiche Anlagen sind reine Spekulation und haben nichts mit der Lebens- oder Rentenversicherung zu tun, es geht schließlich um Ihre Altersvorsorge. Die Zukunft wird uns sicherlich noch die eine oder andere negative Nachricht zur Finanzkrise bescheren. Soweit Sie ein ungutes Gefühl bei Ihrer Lebens- oder Rentenversicherung haben, hilft die Beratung und Kontrolle durch einen Fachmann. Bewahren Sie Ruhe und sprechen Sie mit unabhängigen Versicherungsmaklern oder u. U. auch Verbraucherzentralen. Eine Kündigung sollte immer nur als letze Lösung erachtet werden, da diese u. U. auch mit Nachteilen verbunden ist. Alternativen gibt es immer (z. B. Beitragsfreistellung oder Beitragsreduzierung).

Alles Gute wünscht, Christian Rogalewicz

 

 

5 Antworten to “Der Euro in der Krise: Zypern und Co. und wie sicher ist meine deutsche Lebensversicherung?”

  1. sunny@home 29 März 2013 at 15:30 Permalink

    Warum sagt man dann eine riester rente lohnt sich nicht?

    • Admin 30 März 2013 at 09:53 Permalink

      Danke für den Kommentar. Die Riester-Rente ist ein besonderer Teil der Altersvorsorge, welcher vom Staat unterstützt wird. Der Beitrag wurde eher allgemeine gehalten und daher bin ich auf eine Riester-Rente nicht im Detail eingegangen, das werde ich aber mal demnächst in einem eigenen Beitrag nachholen. Soweit vorneweg: Die Riester-Rente kann sich durchaus lohnen, es kommt auf die Ausgangssituation an.

  2. Ragusa 13 Juli 2013 at 19:32 Permalink

    Die Gefahr ist sehr groß, seine Riester- oder Rentenversicherung zu kündigen, wenn Angebote mit wesentlich mehr Rendite locken. Das Spiel mit dem Risiko sollten sich nur die erlauben, die ihre Sparsumme zu niedrigen Zins, im sicheren Format angelegt haben. Mit zu verschmerzenden Beträgen,“zocken“ kann dann zusätzlich Gewinn bringen. Geht es schief, wartet nicht der Ruin auf einen.

    • Christian Rogalewicz 15 Juli 2013 at 14:26 Permalink

      Sowie Riester- oder normale Rentenversicherung zum Tragen kommt, geht es um Ihre Altersvorsorge. Hier sollte immer nur Platz für risikoarme Anlagemittel sein. Ist die Altersvorsorge ausreichend abgesichert, ist u. U. auch noch Platz für „Zins-Zockereien“.

      • Thapelo 24 September 2013 at 06:27 Permalink

        hi, ein paar antworten finde ich recht gut , aber viel leicht ein wenig zu knapp bemessen. zum einen ist das geld sicher? frau merkel posaunt ja der staat steht ein! man überlegt mal: die deutschen haben ca. 5 billionen € vermögen (wie das unter den leuten aufgeteilt ist naja) davon sind wenn man vorsichtig ist vielleicht 10% in aktien fonds usw. die staatsverschuldung liegt bei knapp 4,5 billionen €. da frag ich mich nur hat frau merkel einen zu viel geraucht? wo soll die kohle herkommen bei einem dermassen verschuldeten staat? so dann das geld bei banken oder versicherungen in geldwerten angelegt (KLV, PRV, Bsusparer, Sparbfccher .) da ist es mal vollkommen egal ob eine bank oder versicherung pleite geht aus welchen gründen auch immer. diese geldwerte fallen in die haftungsmasse und sind wenns hart auf hart kommt weg! die tollen garantien in den LV`s 2,5% wer soll sich da nicht über solche garantien tot lachen (und das ohne die kosten zu beachten) 2,5% 4% inflation? das sieht auch nen kind in der 2ten klasse was da rauskommt! zum thema aktien und fonds. klar gibts da unterschiede. aktien sind was für leute die das geld nicht brauchen und im bereich der altersvorsorge zu spekulieren naja bisl nervenkitzel muss ja auch sein. wer langfristig in fonds (interational konservative zb) mit einem monatlichen sparplan investiert und dieser fond nicht unbedingt 50% usa , 30% europa rest verteilt investiert, kann sich hinsetzen und pfeife rauchen. klar gehts im mom bisl berg ab, aber das war schon 100 mal so und wird auch noch 100 mal sokommen. wer dran bleibt gewinnt wer panik bekommt naja ist raus dann kommt ja noch die neue abgeltungssteuer dazu, aber das ist ein anderes thema gut wer sie nicht zahlen muss. zum schludf noch kurz das zauberwort solvalibilität : macht sowieso keiner, aber mal nachfragen wie die unternehmen bei denen man etwas abschliesst finanziell so aufgestellt sind der durchschnitt in good old germany liegt bei ca 198% aber sind 1200% nicht besser und sicherer?mfg Konradkleiner edit: hab ich glatt vergessen aber wurde ja unten schon ergänzt : SONDERVERMÖGEN darüber redet fast kein bänker oder versicherungsvertreter. das ist sicherheit.


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