21 Januar 2014 ~ 0 Kommentare

Darf die Kfz-Versicherung auf eine andere Werkstatt verweisen?

Eine fiktive Abrechnung eines Schadenereignisses, also nach Kostenvoranschlag oder Gutachten ist theoretisch immer möglich. Dabei ist es irrelevant ob es sich um einen unverschuldeten Haftpflichtschaden oder sogar um einen Eigenschaden (Teil- oder Vollkasko) handelt. Auffällig ist jedoch, das sich Versicherer immer häufiger auf Werkstätten beziehen, welche gleiche Arbeiten deutlich günstiger durchführen können.

Konkreter Fall (Probleme mit Versicherung / Ärger mit Versicherung): 

Ein Kunde unseres Hauses hatte einen unverschuldeten Haftpflichtschaden (Auffahrunfall). Die Versicherung des Gegners erklärte sich nach Prüfung bereit, die Regulierung vorzunehmen. Der Kunde wollte dann aber fiktiv mit der Versicherung nach Kostenvoranschlag abrechnen. Dabei nahm die Versicherung nicht nur die übliche Reduzierung des Entschädigungsbetrages auf netto vor (Mehrwertsteuer wird nicht ausgezahlt, da diese nicht angefallen ist), sondern belehrt den Kunden auch darüber, dass die Reparatur über eine Partnerwerkstatt deutlich günstiger möglich ist. Diesen um 50 % herabgesetzten Betrag zahlt die Versicherung an die Kunden. Da der Kunde sein eigenes Fahrzeug über unser Haus versichert hat, bat er uns um Hilfe.

Lösung des Falls (Versicherung zahlt nicht / Versicherung zahlt ?)

Nach dem uns der Kunde den Sachverhalt geschildert hat, haben wir zum Versicherer des Haftpflichtschadens Kontakt aufgenommen. Nach Prüfung aller Unterlagen stellte sich heraus, dass der Haftpflichtversicherer ein Referenzangebot einer Partnerwerkstatt herangezogen hat. Das ist allerdings gemäß aktueller Rechtsprechung nicht legitim (sieh Urteil Az.: 10 S 19/12).  Werden günstigere Reparatursätze zugrunde gelegt, müssen diese Konditionen für jeden verfügbar sein. Da unser Kunde in gleicher Werkstatt auch eine höhen Stundensatz bezahlt hätte, lenkt der Versicherer ein und erhöhte eine Erstattung um weitere 30 %.

 Ist man mit einem Entschädigungsbetrag seitens der Versicherung nicht einverstanden, lohnt die Nachfrage warum auf dieser Basis oder zu entsprechender Höhe nur reguliert werden soll. Leider sind die Versicherer in solchen Angelegenheiten oft sehr „stur“. Ohne die Hilfe eines Fachmanns / Fachfrau kommt man nicht immer an das gewünschte Ergebnis. Hilfreich kann dann auch eine Rechtsschutzversicherung sein, welche es einem ermöglicht die Unterstützung eines Rechtsanwaltes zu beanspruchen. 

 

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